
Aspekte - Fakten und falsche Annahmen im Bereich BIA und Body Composition
Alle konventionellen Methoden zur Beurteiliung der Körperzusammenseztung beruhen auf der Berechnung der Körpervolumen und Massen unter Zuhilfenahme der anthropometrischen Parameter.
Im Fall der BIA-Methode besitzen die Formeln prediktiven Charakter und werden durch mehr oder weniger komplizierte Formeln berechnet.
Die bioelektrische Impedanzmessung wird seit 30 Jahren zur Bestimmung der Körperzusammensetzung eingesetzt. Weltweit wurden mehr als 3.000 Studien publiziert.
Die Berechnung der Körperkompartimente bei normhydrierten Patienten ohne Hydratationsveränderungen ergeben konstante und voneinander getrennte Ergebnisse, die dem Kliniker die quantitative Beurteilung der verschiedenen Körperkompartimente erlaubt (z.B.: TBW, ICW, ECW, FFM, FM, BCM).
Einige der publizierten BIA-Berechnugsformeln werden von hunderten an exzellenten Validierungs-Studien gestützt.
Die Phänomene einer Krankheit, wie z.B. die nephrologischer Patienten, sind dem Kliniker bekannt, oft handelt es sich neben Flüssigkeitsüberlagerungen als Folge von Nierenversagen auch um Protein-Mangelernährung mit Verlust von fettfreier Masse insbesondere bei Langzeitdialysierten.
Körpergewicht, BMI sind keine ausreichenden Parameter (die Zunahme des Körpergewichtes kann durch Flüssigkeitsretention, bei sportl. Aktivität durch Muskelmassenzuwachs, bei gezielten Ernährungsprogrammen durch BCM-Zunahme oder aber Fettmasse sein).
In pathologischen Patientensituationen können die Berechnungsformeln aus folgenden Gründen als defizitär bewertet werden :
1 - Die Fehler, die durch Berechnung selbst entstehen : Die Standardkenngrößen Körpergröße und Gewicht sowie die Co-Prädiktoren Alter, Geschlecht und feste Kostanten werden in die Formeln mit einbezogen und bestimmen je nach Formel bis zu 80% das Ergebnis.
2 - Die Algorithmen werden anhand von statistischen Regressionsmethoden validiert, die sich auf Populationen, Geschlecht und Alter beziehen. Selbst Populationsspezifische Formeln schließen die Varianz der Patientenhydratation und die Abweichung der Patienten von Ihre Population aus.
3 - Ergebnisse, die aufgrund unterschiedlichster Methoden erhoben wurden, werden miteinander verglichen, ohne dass ein Gold Standard existiert.
Und schließlich die Annahme einer konstanten Körperhydratation von 73% des fettfreien Gewebes :
4 – Bei der Anwendung generell von Formel bei einer „nicht gesunden Population“ mit starken physiologischen und damit dynamischen Flüssigkeitsveränderungen führt die Kalkulation der fettfreien Masse mit der Annahme eines konstanten Hydratationsgrades von 73% zu falschen Ergebnissen.
5 - Die Absolutwertbestimmung und Volumenbestimmung ist nicht präzise und selbst die Kenntnis der Volumen hilft nicht zur Erkennung von Mangelzuständen (Ernährungs-und Hydratationszustand)
Ein neuer Ansatz: die elektrischen Eigenschaften der Gewebe als klinisches Datum
Die ersten Forschungsgruppen in den 80er Jahren in U.S:A (Nyboer, Lukaski, Kushner, Meguid etc.) suchten nach der Bestimmbarkeit von Massen-sowie Flüssigkeitvolumen des menschlichen Körpers und konnten in unzähligen Studien für die gesunde Population Referenz bzw. Normwerte validieren (siehe National Institute of Health Assessment Conference).
Die bereits oben beschriebene Kritik für die Zuverlässigkeit der Methode in der klinischen Anwendung brachte Anfang der 90er Jahre eine neue Betrachtungsweise hervor.
Durch die Entwicklung des Biagrams 1992 (Talluri. Maggia et al) und des 1995 validierten Biavektornomogramms (Prof. Piccoli, et al) konnten die Forschungsgruppen innovative graphische Methoden entwickeln, die zur Identifizierung, Überwachung und Therapieplanung von Patienten mit verändertem Flüssigkeitshaushalt und Ernährungszustandes notwendig waren.
Das Biavector® Nomogramm ist in vielen klinischen Bereichen.
Hierbei werden die Resistanz und Reaktanzwerte auf die Länge des Leiters normalisiert, (durch die Körpergröße H dividiert) und in einem orthogonalen Koordinatensystem aufgetragen.
Diese Betrachtungsweise erlaubt die realistische Beurteilung des physiologischen Zustandes einer Person, unabhängig von seiner Situation (klein, gross, schlank, sportlich, mager, adipös, schwanger) und unabhängig von seiner Pathologie.


